Selten liegen architektonische und musikalische
Meisterleistungen so dicht beieinander und verströmen
einen derart unwiderstehlichen Reiz: Herzlich
willkommen beim Mahlerfest im ersten modernen
Industriebau der Welt.
Das vor genau 100 Jahren vom späteren Bauhaus-
Gründer Walter Gropius erschaffene Fagus-Werk in
Alfeld steht nicht nur völlig zu Recht auf der Anwärterliste
zum UNESCO-Weltkulturerbe – es bildet
mit seinen für damalige Zeiten überaus innovativen
Glasvorhangfassaden auch eine würdige Kulisse für
ein ganz besonderes Fest im Rahmen der 21. Internationalen
Fredener Musiktage. Denn ebenfalls vor
100 Jahren starb einer der bedeutendsten Komponisten
des Übergangs von der Romantik zur Moderne:
der Österreicher Gustav Mahler. Den Architekten
Gropius und den Komponisten Mahler verband weitaus
mehr als kreative Schaffenskraft: Einige Jahre
nach Mahlers Tod ehelichte Gropius dessen Witwe
Alma. Zu Ehren Gustav Mahlers und seiner musikschaffenden
Zeitgenossen präsentieren der Norddeutsche
Figuralchor, das Linos Ensemble, Sopranistin
Ildiko Raimondi und Pianist Leopold Hager an
zwei aufeinanderfolgenden Abenden in jeweils zwei
Konzerten einige der schönsten Werke dieser Epoche.
Beide Konzertabende werden von einem interessanten
Vortrag eingeleitet: zum 100-jährigen Fagus-
Werk sowie zur Kulturgeschichte Österreichs
von 1900 bis 1911. Den ergreifenden Abschluss des
Festes bildet schließlich das Violinkonzert „Im Andenken
eines Engels“ von Alban Berg, präsentiert
von Adrian Adlam und der camerata freden. Gewidmet
ist es der 1935 an Kinderlähmung gestorbenen
Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius.


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